Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit2021-10-03T18:57:13+02:00

Nachhaltige Biomasse

Spätestens seit Verabschiedung der europäischen Richtlinie RED 2009/2008/EG (RED I) (Reneweable Energy Directive) ist klar: zur Umsetzung der europäischen Klimaschutzstrategie gehört auch, den Anteil an Erneuerbaren Energien in den Sektoren Wärme, Strom und Transport schrittweise zu erhöhen. Dies wird konsequent durch die verschärfte RED II 2018/2001/EG (RED II) weiterverfolgt.

Das hat massive Auswirkungen auf Produzenten von Kraftstoff aus erneuerbaren Energien (z.B. Biomethan). Denn der biogene Anteil am Kraftstoff, der in den Markt kommt, muss definierten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. In der Folge haben alle beteiligten Stufen von der Rohstoffproduktion und -erfassung, über die Verarbeitung bis hin zur Herstellung von Biokraft- und -brennstoffen eine Nachhaltigkeitszertifizierung zu durchlaufen (z.B. gemäß REDcert). Ansonsten ist eine Vermarktung als Kraftstoff nicht möglich.

Ab dem 01.07.2021 gilt dies auch für Wärme und Strom, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wurden. In der Konsequenz müssen z.B. auch alle bestehenden NawaRo-Biogasanlagen (ab einer Feuerungswärmeleistung von 2 MW) nachweisen, dass der Anbau der zum Einsatz gekommen Substrate den gesetzlich festgelegten Nachhaltigkeitskriterien entspricht. Die damit einhergehende Nachhaltigkeitszertifizierung ist ab diesem Zeitpunkt auch Voraussetzung, um die gesetzlich garantierten Vergütungen nach dem EEG zu erhalten. Die Zertifizierung der Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien erfolgt ab dem 01.07.2021 zum Beispiel gemäß SURE.

Für die Betreiber von Biogas- und Biomethananlagen sind damit erhebliche Veränderungen in den internen Abläufen verbunden. In Zusammenarbeit mit akkreditierten Zertifizierungsstellen kann die Fabicon GmbH Zertifizierung nach SURE anbieten.

Unter strikter Einhaltung des Grundsatzes entweder zertifizieren oder beraten können wir alternativ auch Unterstützung beim Aufbau eines internen Systems zur Sicherstellung der Einhaltung der Anforderungen der RED II zur Zertifizierung nach den Vorgaben von REDcert und SURE anbieten. Wir sind Ihr starker Partner bei der Erstellung und Implementierung von Verfahrensanweisungen, bei der Prüfung von Massebilanzierungssystemen und THG-Berechnungen und natürlich auch bei der Kommunikation mit den Anbauern. Außerdem können wir Sie bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsnachweisen im Nabisy System unterstützen.

Nachhaltige Unternehmensführung

Organisationen legen immer mehr Wert darauf, ihr ökologisches und soziales Unternehmensengagement der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei ist die Abkürzung „CSR“ derzeit in aller Munde. Sie steht für „Corporate Social Responsibility“ und soll die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens umschreiben.

Am 19.04.2017 ist das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz zur Umsetzung der europäischen Richtlinie 2014/95/EU (Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffender Informationen) in Kraft getreten. Damit ist eine Regulierung der Berichterstattung über bestimmte Nachhaltigkeitsthemen verbunden. Das Gesetz sieht vor, dass große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern dieses Gesetz anwenden müssen. Die damit einhergehende CSR-Berichtspflicht bedeutet konkret, dass im Konzernlagebericht auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie Informationen über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, soweit sie für das Verständnis des Geschäftsverlaufs von Bedeutung sind, zu berichten sind. Viele internationale Unternehmen orientieren sich beim Erstellen ihres Nachhaltigkeitsberichts an den weltweit anerkannten Standards der „Global Reporting Initiative“ (GRI) und der DIN ISO 26000. Die per Gesetz berichtspflichtigen Unternehmen sind gehalten, auch von ihren Lieferanten den Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten einzufordern.

Daher aber auch möglicherweise aus intrinsischen Gründen heraus ist es für mittelständische Unternehmen interessant, die Thematik systematisch nach den GRI-Leitlinien bzw. den kompakteren Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) aufzubereiten. Konkret werden hier folgende 4 Themenbereiche mit insgesamt 20 Einzelkriterien beleuchtet, die in der öffentlich zugänglichen DNK-Datenbank eingetragen werden, aber nicht akribisch zu beschreiben sind:

Strategie

  1. Strategische Analyse und Maßnahmen
    2. Wesentlichkeit
    3. Ziele
    4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Prozessmanagement

  1. Verantwortung
    6. Regeln und Prozesse
    7. Kontrolle
    8. Anreizsysteme
    9. Beteiligung von Anspruchsgruppen
    10. Innovations-und Produktmanagement

Umwelt

  1. Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen
    12. Ressourcenmanagement
    13. Klimarelevante Emissionen

Gesellschaft

  1. Arbeitnehmerrechte
    15. Chancengerechtigkeit
    16. Qualifizierung
    17. Menschenrechte
    18. Gemeinwesen
    19. Politische Einflussnahme
    20. Gesetzes-/ richtlinienkonformes Verhalten

Der Mehrwert eines Eintrags in der DNK-Datenbank besteht für mittelständische Unternehmen darin, interessierten Parteien aufzuzeigen, worin die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens besteht und wo es im Vergleich zu anderen steht.

Wir erstellen für Sie einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht Ihres Unternehmens unter Anlehnung an die Leitlinien der GRI oder der ISO 26000 nach den Vorgaben des DNK zur Veröffentlichung in der DNK-Datenbank.

Übrigens fördert die Bundesregierung laut Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in einigen Bundesländern die Beratung von Nachhaltigkeitsstrategien in KMU. In NRW zum Beispiel läuft das sog. „Ressourceneffizienz-Programm“ noch bis zum 31.12.2020. Hierüber werden Zuschüsse für Beratungen zur Entwicklung von Ressourceneffizienzstrategien und Nachhaltigkeitsstrategien in KMU in Höhe von max. 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach Fördermöglichkeiten.